Kein Verzicht, keine strenge Diät. Nur kluge Auswahl — mit Genuss, mit Geschmack, und mit Liebe zu dem, was Ihnen wirklich gut tut.
Ab 60 verändert sich vieles im Körper — leise, langsam, oft unbemerkt. Die Blutgefäße verlieren etwas an Elastizität. Die Nieren arbeiten eine Spur langsamer. Das Geschmacksempfinden lässt nach, und viele Menschen gxelvino.eun deshalb öfter zum Salzstreuer. All das hat Auswirkungen auf den Blutdruck. Aber die gute Nachricht ist: Gerade in diesem Alter können Sie mit der richtigen Ernährung besonders viel bewirken.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Ernährung anpassen können — ohne auf Genuss zu verzichten, ohne teure Produkte zu kaufen, ohne sich das Essen zu verderben. Es geht nicht um Regeln, die Sie einschränken. Es geht um Entscheidungen, die Ihnen mehr Energie, besseren Schlaf und ein gesünderes Herz schenken. Und die meisten davon sind überraschend einfach.
Die Grundregel lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Weniger Salz, mehr Farbe, öfter selbst kochen. Klingt simpel? Ist es auch. Aber die Wirkung ist enorm — denn gerade ab 60 reagiert der Körper besonders empfindlich auf das, was Sie ihm geben.
Salz bindet Wasser. Mehr Wasser in den Gefäßen bedeutet mehr Druck auf die Gefäßwände. Die meisten Österreicherinnen und Österreicher essen doppelt so viel Salz, wie gut für sie wäre — und das liegt nur zu einem kleinen Teil am Salzstreuer. Der Großteil kommt aus Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichten.
Die Lösung ist nicht, auf Geschmack zu verzichten. Die Lösung ist, den Geschmack anders zu erzeugen: mit frischen Kräutern (Basilikum, Rosmarin, Dill, Schnittlauch), Gewürzen (Kurkuma, Paprika, Muskatnuss), Zitrone, Knoblauch und gutem Olivenöl. All das bringt Aroma — ganz ohne Druck auf die Gefäße.
Es gibt Lebensmittel, die Ihrem Körper aktiv helfen, den Blutdruck in Balance zu halten. Sie wirken, indem sie überschüssiges Salz ausscheiden, die Gefäße von innen schützen oder Entzündungen verhindern. Und das Beste: Sie schmecken auch noch gut.
Jede Mahlzeit ist eine Gelegenheit, Ihrem Herzen etwas Gutes zu tun. Hier drei Grundprinzipien:
Mit den Jahren lässt das Durstgefühl nach. Viele Menschen über 60 trinken deutlich zu wenig. Eineinhalb bis zwei Liter am Tag — Wasser, Kräutertee, verdünnter Saft. Zwei Tassen Kaffee sind in Ordnung, die dritte ersetzen Sie besser durch einen Pfefferminztee. Und beim Heurigen: ein Glas genießen, dann auf Wasser umsteigen.
Gesundes Essen ab 60 bedeutet nicht Verzicht. Es bedeutet, sich bewusst für das zu entscheiden, was dem eigenen Körper wirklich gut tut — und das mit vollem Genuss. Es beginnt nicht morgen. Es beginnt bei der nächsten Mahlzeit.
— Dr. Margit Lechner, Ernährungsmedizinerin, Wien